Ich fühle mich sicherer. Und das fühlt sich… normal an.
Warum die kleinen Emotionen unser größter Schatz sein können.
Das muss man Hollywood schon lassen: Wenn es um die Darstellung oder Abbildung von großen Gefühlen geht, haben die Filmleute den Dreh richtig raus. Andererseits sollte man natürlich niemals außer Acht lassen, dass wir hier nicht von ungefähr von einer „Traumfabrik“ reden, und dieser Begriff allein demaskiert die Filmbranche ziemlich schnell. Das muss man niemandem zum Vorwurf machen, denn es geht ums Geldverdienen, und ein Zuschauer würde wohl kaum ins Kino eilen, wenn es da nur das zu sehen gäbe, was er aus seinem eigenen Leben ohnehin schon kennt. Es muss einfach immer ein bisschen mehr Drama, Liebe, Wahnsinn sein – Sehnsüchte und eigene Träume eingeschlossen.
Aber stellen wir uns einmal vor, in unserem eigenen Leben würde es stets so hoch hergehen, mit verzweifelter Liebe, größten Hindernissen und pausenloser Herausforderung: Das wäre ja nicht zum Aushalten. Sicher fesseln uns die großen Geschichten immer wieder, aber es ist schon gut und richtig, dass es eben die Ereignisse im Leben von anderen Menschen sind und dass die nach 90 bis 120 Minuten auserzählt sind.
Im eigenen Leben würden wir diese emotionalen Dauereruptionen weder brauchen noch aushalten können. Mit den kleinen, leisen und alltäglichen Gefühlswetterlagen dagegen kommen wir aber eigentlich ganz gut zurecht, und wenn es dann einmal höher oder gar hoch hergeht, sind wir doch – Hand aufs Herz – immer ziemlich froh, wenn das Gewitter wieder abgezogen ist. Schlecht geschlafen? Unsicherheit? Zweifel? Furcht? Trauer? Lassen wir uns doch darauf ein, dass alles das zutiefst menschlich und vollkommen normal ist. Genau so normal übrigens wie ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, Vorfreude, Zuversicht und Gelassenheit, das wir ohne seine Gegenspieler vielleicht gar nicht wertzuschätzen wüssten. Drama ist im Kino gut, aber zu Hause kann es schon sehr schön sein, wenn man den Tag ohne Sorgen beginnt, wenn man die aktuelle Jahreszeit wertschätzt oder wenn die Furcht vor der Angst etwas nachgelassen hat.