Antonia, internationales Model, lebt und reist mit HAE
Persönliche Geschichte 4 Min. Lesezeit

Wie weit Freiheit reisen kann

Antonia lebt mit HAE – und mit einem Job, der sie in die ganze Welt führt. Für sie ist Reisen kein Urlaub, sondern Alltag.

ANTONIA

Antonia lebt mit HAE – und mit einem Job, der sie in die ganze Welt führt. Für sie ist Reisen kein Urlaub, sondern Alltag. Er findet statt auf langen Flügen und bei Fotoshootings unter oft herausfordernden Bedingungen.

Dabei entdeckt sie ebenso fremde Länder wie neue Horizonte. Auch im Umgang mit HAE.

Termine in Barcelona, Bali, Sri Lanka und Dubai. Action beim Freediving in Ägypten oder bei einer zweitägigen Bootstour durch den Dschungel von West Papua – ohne Handyempfang, versteht sich. Was die meisten von uns allenfalls im Urlaub sehen und erleben, ist Antonias Alltag. Ihr selbst gewähltes Zuhause – egal, wie fern es ist.

Immer in Bewegung

Als international gebuchtes Model ist Antonia Dauerreisende. Ihr Leben hat sie längst an ihren Beruf angepasst. Aber Stillstand ist sowieso nicht ihr Ding. Antonia liebt es, unterwegs zu sein, die Welt zu sehen und Neues zu entdecken. Natürlich begleitet sie ihr HAE, aber nicht wie ein Risiko oder potenzieller Störenfried. Eher wie ein Gedanke, der mitgedacht werden muss, damit sie ihren Job machen und trotz aller Herausforderungen ein möglichst normales Leben führen kann. Wenn sie davon erzählt, beeindruckt ihre Gelassenheit. Sie macht keine große Sache daraus, Beruf und HAE in Einklang zu bringen. Sie spielt aber auch nichts herunter. „Wenn alles geregelt ist, dann fühlt sich das Leben so an, wie es sich eben anfühlen soll“, sagt sie. Dann bestimmt nicht HAE ihren Tag, sondern ihr Ziel.

„Dann bestimmt nicht das HAE den Tag, sondern das, weshalb sie eigentlich losgefahren ist.“

Antonia

Wenn Reisen zur Normalität wird

Mit ihrer jetzigen Prophylaxe ist vieles einfacher geworden. Nicht spektakulär und nicht als große Wende, sondern auf eine stille, pragmatische Art. Der organisatorische Aufwand ist geringer, die Abstände zwischen den Anwendungen sind größer geworden. Es gibt weniger Reibung, weniger Gedankenschleifen und mehr Selbstverständlichkeit. Für Antonia bedeutet es aber vor allem eins: Reisen ist für sie normal geworden. Nicht sorglos im naiven Sinn, aber gut planbar, vertraut und machbar.

Freiheit braucht manchmal Kühlpacks

Für die meisten Reisenden ist Packen nicht mehr als ein beiläufiges Ritual: Reisepass, Kopfhörer, Sonnencreme und vielleicht ein Buch für den Flug. Bei Antonia kommt noch etwas hinzu: Ihre Medikation muss mitreisen, die Kühlkette muss eingehalten werden und auch an Reserven für unvorhergesehene Situationen muss gedacht werden.

Das ist kein Drama, aber es verlangt Aufmerksamkeit. Kühlpacks, Transportzeiten, die richtige Planung und ein Notfallplan gehören dazu. Diese Vorbereitungen geben Antonia die Freiheit, die sie braucht, damit Reisen, Arbeiten und Abenteuer überhaupt möglich werden.

Natürlich reist Antonia mit etwas mehr Organisation im Gepäck. Aber das schränkt sie nicht ein, sondern macht ihre Reisen planbarer. Und das macht ihre Freiheit aus: Sie fragt nicht, ob sie etwas überhaupt machen darf, sondern was sie braucht, damit es funktioniert. Das ist ein entscheidender Unterschied.

„Nicht völlige Sorglosigkeit, sondern genug Sicherheit, um loszugehen.“

Antonia

Wenn Vorbereitung Sicherheit gibt

Manchmal rückt HAE aber auch in den Vordergrund. An tropischen Orten kann schon ein Mückenstich mehr Aufmerksamkeit erfordern als anderswo. In solchen Momenten ist Antonia froh, vorbereitet zu sein. Nicht, weil sie ständig mit dem Schlimmsten rechnet, sondern weil sie dadurch die Sicherheit hat, die sie für ihr Leben braucht.

Am Ende erzählt Antonias Geschichte weder von einem Leben gegen HAE noch von einem Leben ohne HAE. Sie erzählt von einem Leben, in dem trotz HAE vieles erstaunlich normal geworden ist – wenn ein paar wichtige Dinge stimmen.

Wie weit geht Freiheit heute? Bei Antonia ziemlich weit. Bis auf Boote im Dschungel von West Papua, hinaus aufs offene Meer und durch Zeit- und Klimazonen. In ein (Arbeits-)Leben, das sich nicht von HAE bestimmen lässt. Freiheit bedeutet für sie nicht, alles kontrollieren zu können. Freiheit bedeutet, gut vorbereitet loszuziehen und den eigenen Weg zu gehen.

„Das macht ihr Leben nicht kleiner. Das macht es nur ein wenig genauer geplant.“

Antonia